Jedes Kind braucht ein Zuhause

~Dritter Teil~

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 32

 

Neues Leben

Es kam Verena vor, wie eine Ewigkeit, so lange dauerte es, bis sie endlich ihr Baby im Arm hielt. „Ein Junge, es ist ein Junge“ jubelte sie freudestrahlend und die Schmerzen der Geburt waren schlagartig schon wieder vergessen.

 

David konnte sein Glück gar nicht fassen, als Verena ihm seinen Sohn in die Arme legte. „Ach, der ist ja klein“ war seine erste Reaktion. „So klein sind alle Babies, wenn sie geboren werden.“ Verena fing an zu lachen. „Wäre ja auch noch schöner, wenn er gleich als Teenager geboren wäre.“ „Wie soll er denn heißen?“ Wollte David nun wissen. „Was haltet ihr von Timo?“ fragte Verena. Und weil der Name sowohl David, als auch Elisa gut gefiel, war es beschlossene Sache.

 

Verena war von der Geburt ihres Sohnes so erschöpft, dass David sie ins Bett schickte. „Jetzt hast du dir aber ein bisschen Erholung verdient. Ich kümmere mich schon um den Kleinen, mach dir keine Sorgen.“

Kaum lag Verena in der Waagerechten, war sie auch schon eingeschlafen.

David versorgte unterdessen Timo mit einer Windel und zog ihm einen Strampler an. Er machte das so gut, als hätte er in seinem Leben nie etwas anderes getan. 

Und er war so verliebt in den kleinen Timo, dass er ihn am liebsten die ganze Zeit nur geknuddelt und liebkost hätte. Doch die Vernunft holte David auf den Boden der Tatsachen zurück. „So, jetzt bekommst du erst einmal dein Fläschchen“ sagte er und ging mit dem Baby in die Küche. 

Nachdem Timo sein Fläschchen getrunken hatte, wollte David ihn ins Bettchen legen. Doch nicht, bevor Elisa ihre Faxen vor ihm gemacht hatte. „Huhu kleiner Bruder, ich bin deine große Schwester Elisa. Hast du auch schön ausgetrunken, damit du ganz schnell groß wirst und wir zusammen spielen können.“  

Überhaupt wollte Elisa alles über Kindererziehung wissen. „Wenn ich groß bin, will ich auch mal so einen Beruf wie die Mama haben.“ Diesen Wunsch hatte sie schon gleich zu Anfang geäußert, als sie von Verena und David adoptiert wurde. „Dann kann ich auch bestimmt in Wilfried’s neuem Kinderheim arbeiten, wenn es denn mal fertig wird.“

David überraschte Verena zum Dank, dass sie ihm einen Sohn geschenkt hatte, mit einem Gutschein für ein Wellness-Center. Sie sollte sich nach den Strapazen der Geburt mal so richtig verwöhnen lassen, mit allem was dazugehört. Unter anderem stand auch ein neues Styling auf dem Programm. „Es wird ja auch höchste Zeit für eine Veränderung“ dachte sich Verena, als sie sich auf den Frisierstuhl setzte.  

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Verena sah mit ihrem neuen Outfit und der schicken Kurzhaarfrisur viel jünger aus. Sie verstand selbst nicht, warum sie sich nicht schon viel früher zu einer solchen Veränderung hatte durchringen können. 

Auch David war hellauf begeistert, als er Verena im Flur begrüßte. „Toll siehst du aus, da pfeifen dir bestimmt alle Kerle hinterher. Muss ich jetzt Angst haben, dass du dir einen jüngeren Lover suchst?“ „Ach was, ohne Dich würde ich wahrscheinlich noch in zwanzig Jahren mit der alten Frisur rumlaufen.“

 

 Kapitel 33