Kapitel 9
Im Studentenwohnheim
Es war brütend heiß, als Wilfried endlich mit dem Bus in Terra Rosso ankam. „Das ist also das Studentenwohnheim Oasis, wo ich wohne“ dachte er und schaute sich erst einmal um.

„Hallo Fremder“ wurde er von einer Studentin angesprochen „ich bin Ursula. Ich nehme an, du wohnst auch hier?“
Wilfried drehte sich um „Ja, mein Name ist Wilfried. Ich bin gerade angekommen und schaue mich erst einmal ein wenig um.“ „Du solltest schnell reingehen und dir ein Zimmer aussuchen, noch hast du freie Auswahl und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ machte sie ihre Witze.

Gesagt, getan. Wilfried suchte sich ein Zimmer aus und füllte gleich das Anmeldeformular aus. „Was man hat, das hat man“ sagte er zu sich selbst.

Jetzt musste er sich nur noch für ein Studienfach eintragen. Er ging zur Bushaltestelle und schaute auf den Fahrplan. „Oh, da habe ich wohl gerade einen Bus verpasst“ bemerkte er. „Der Nächste fährt erst in einer halben Stunde.“
Also entschied Wilfried sich zu Fuß auf den Weg zum Universitätsgelände zu machen.

In der Bibliothek suchte sich Wilfried einen freien Computer und trug sich für das erste Semester Psychologie ein. Danach surfte er noch im Internet. „Es muss doch rauszukriegen sein, in welcher Klinik sich Verena aufhält“ überlegte er und recherchierte ein wenig. Er suchte sich alle Psychiatrischen Kliniken in den benachbarten Städten heraus und versandte an alle eine E-Mail mit einer Suchanzeige.

Nun hieß es abwarten. Wilfried besorgte sich noch etwas Fachliteratur für den morgigen Unterricht und ging dann zurück ins Studentenwohnheim.

der Eingangstür traf er auf die gutaussehende Schauspiel-Studentin Miriam Sander. Irgendwie erinnerte sie ihn an Verena. Wilfrieds Herz fing an zu rasen und er spürte plötzlich so ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch, als er mit ihr ins Gespräch kam. Dieses Gefühl kannte er noch nicht, aber es fühlte sich toll an.

Als Miriam am Abend dann auch noch eine Partie Schach mit ihm spielte, war er glücklich, wie schon lange nicht mehr.

In der folgenden Nacht hatte Wilfried einen sehr unruhigen Schlaf. Zuerst ging ihm Miriam nicht aus dem Kopf und dann erschien ihm Verena im Traum.

Und sie sah gar nicht glücklich aus.